Wie lauten die Pool-Billard Regeln?

BillardregelnVor allem in Kneipen oder Billardcafes wird bevorzugt Acht-Ball gespielt. Deswegen möchte ich dir in diesem Artikel die offiziellen und weltweit gültigen Billardregeln für Acht-Ball-Billard erklären. Zu den offiziellen Acht-Ball-Regeln hab ich dir im Anschluss noch mehrere Unterschiede zu den nicht offiziellen Kneipenregeln aufgelistet.

Spielziel:

Zwei Spieler treten gegeneinander an. Es wird mit der weißen Kugel auf die farbigen Kugeln gespielt, um diese in den Billardtaschen (Löchern) zu versenken. Einer von beiden Spielen spielt auf die sogenannten vollen Kugeln (1 – 7) während der andere auf die sogenannten halben Kugeln (9 – 15) spielt. Schafft es ein Spieler alle seine Kugeln zu versenken, darf er auf die schwarze Kugel mit der Nummer 8 spielen. Wenn er diese richtig einlocht, gewinnt er das Spiel.

Zum Spielbeginn:

Alle farbigen Kugeln werden in einem Dreieck aufgebaut und berühren sich dabei gegenseitig. In dem Dreieck liegt die vorderste Kugel auf dem Fußpunkt. Die schwarze Kugel muss dabei in der Mitte hinter der vordersten Kugel liegen. An den hinteren Ecken des Dreiecks muss jeweils immer eine halbe Kugel und eine volle Kugel liegen.

Die Anstoßkugel ist die weiße Kugel. Sie muss von dem Kopffeld bzw. der Kopflinie aus gestoßen werden. Wird beim Eröffnungsstoß mindestens eine farbige Kugel versenkt, darf dieser Spieler weiterspielen. Wer die halben und wer die vollen Kugeln bekommt, wird immer erst nach dem Eröffnungsstoß entschieden. So wird entschieden wer die vollen oder halben Kugeln bekommt:

  • SP1 versenkt eine Volle und SP2 eine Halbe = SP1: Volle, SP2: Halbe
  • SP1 versenkt eine Halbe und SP2 eine Volle = SP1: Halbe, SP2: Volle
  • SP1 versenkt eine Halbe und eine Volle = SP1 darf aussuchen, welche Farbe er will
  • SP1 versenkt eine Volle und SP2 eine Volle = Der Erste wo eine Halbe versenkt darf seine Farbe aussuchen
  • SP1 versenkt eine Halbe und SP2 eine Halbe = Der Erste wo eine Volle versenkt darf seine Farbe aussuchen

Sollte beim Eröffnungsstoß keine einzige Kugel versenkt werden, aber vier oder mehr farbige Kugeln berühren eine Bande, darf der Gegner von der aktuellen Position weiterspielen. Wird beim Eröffnungsstoß keine Kugel eingelocht und es berühren weniger als vier farbige Kugeln eine Bande, kann der Gegner entweder von diesem Punkt weiter spielen oder neu aufbauen und von vorn beginnen.

Wird beim Anfangsstoß die weiße Kugel versenkt, muss der Gegner seinen Anstoß im Kopffeld ausführen, darf aber keine Kugel auf direktem Weg anspielen, welche sich innerhalb des Kopffeldes (Viertel des Tisches zwischen Kopfbande und Kopfpunkt) befindet.

Fouls und Spielerwechsel

Nach dem Eröffnungsstoß muss man vor jedem Stoß ankündigen, in welche Tasche man welche Kugel spielen möchte. Wird auf diese Weise eine eigene Kugel richtig in der Tasche versenkt darf man weiterspielen. Es wird immer dann gewechselt wenn folgendes passiert:

  • es ist keine eigene Kugel versenkt worden
  • die angekündigte Kugel wurde in der falsche Tasche oder gar nicht versenkt
  • es wurde ein Foul gegangen

Ein Foul liegt immer dann vor, wenn:

  • mit der weißen Kugel keine andere Kugel getroffen wird
  • mit der Weißen zuerst eine gegnerische Kugel getroffen wird
  • mit der weißen Kugel die Schwarze zuerst getroffen wird, aber man noch eigene Kugeln hat
  • die weiße Kugel versenkt wird
  • nach der Berührung zwischen der weißen und farbigen Kugel keine Bande mehr berührt wird und auch keine Kugel korrekt versenkt wird

Des Weiteren liegt auch ein Foul vor, wenn Stöße nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden:

  • die weiße Kugel wird beim Stoße doppelt oder öfter berührt
  • die Weiße wird nicht bloß mit der Pomeranze (Queuespitze) berührt
  • irgend eine andere Kugel vom Tisch wird außerhalb des Stoßes berührt
  • während des Stoßens ist noch eine Kugel ein Bewegung
  • irgendeine Kugel springt vom Billardtisch
  • beim Stoßen steht nicht mindestens ein Bein auf dem Boden

Wird ein Foul begangen, ist nicht nur der Gegner am Zug, sondern er darf auch noch zur Strafe die weiße Kugel an einer beliebigen Stelle des Billardtisches platzieren und von dort aus in jede gewünschte Richtung spielen.

Möchte man eine Kugel korrekt versenken, aber aus taktischen Gründen den Gegner zum Zuge kommen lassen, muss man dies vor seinem Stoß durch „Sicherheit“ ansagen. Nach einem Sicherheitsstoß kommt immer der Gegner dran, auch wenn man es sich nun anders überlegt haben sollte. Hat man keinen Sicherheitsstoß angekündigt, muss weitergespielt werden, falls eine Kugel korrekt versenkt wurde.

So kann das Spiel verloren werden

Das Spiel wird verloren wenn man:

  • die Schwarze versenkt, obwohl noch andere Kugeln der eignen Farbe auf dem Tisch liegen
  • die schwarze Kugel in die falsche Tasche gespielt wird als man angekündigt hat
  • die Schwarze vom Tisch fliegt
  • die Schwarze aufgrund eines Fouls versenkt wird. Beispielsweise die Weiße wird mitversenkt oder es wurde zuerst eine gegnerische Kugel getroffen

So können sich die Kneipenregeln von den offiziellen Regeln unterscheiden

Das Billardspiel in vielen Kneipen unterscheidet sich von den offiziellen Regeln daher, weil nach dem früherem offiziellen Regelwerk falsch eingelochte Billardkugeln wird aus den Taschen herausgeholt werden mussten. Dies war bei den üblichen Billardtischen mit Münzeinwurf gar nicht möglich. Nach dem neuen offiziellen Regelwerk (siehe oben), kann auch an Billardautomaten mit Münzeinwurf gespielt werden.

Allerdings sorgen einige Kneipenregeln dafür, dass ein Partie länger braucht, damit man von dem Münzeinwurf mehr hat. Bekommst du die Kugeln hingegen auf Zeit und nicht für ein Spiel, solltest du unbedingt nach den offiziellen Billard Regeln spielen. Der häufigste Grund, warum in Kneipen nach Kneipenregeln gespielt wird ist, das die meisten Kneipenspieler einfach die richtigen Billard Regeln nicht kennen. Versuche ein Billardspiel also am besten einmal ohne die nachfolgenden Regelabweichungen.

Kneipenregel 1: Bei dem Spiel auf die schwarze Kugel wird eine bestimmte Tasche für jeden Spieler festgelegt, in welche er die Schwarze spielen muss. Dabei ist es egal, wie viele Spielzüge er dafür benötigt. Die bestimmte Tasche wird beim ersten Spiel auf die Schwarze eines Spieler frei gewählt oder er muss die Schwarze in die Tasche spielen, welche seiner zuletzt versenkten farbigen Kugel gegenüber liegt.

Offiziell: Es darf noch jedem Stoß eine beliebige neue Tasche angekündigt werden, in die gespielt werden muss. Dadurch wird ein frühes Versenken der eigenen Kugeln auch schneller durch den Sieg belohnt. Diese Regel ist nicht nur für Profispieler, sondern auch für Anfänger gut. Bei den Kneipenregeln spielen am Ende oft beide Spieler sehr lange auf die Schwarze und derjenige mit mehr Glück oder auch Pech versenkt die Schwarze.

Kneipenregel 2: Eine Ankündigung für den beabsichtigten Stoß wird nicht verlangt, stattdessen führt das korrekte Versenken einer eigenen Kugel in eine beliebige Tasche zur Fortsetzung des Spiels für den gerade spielenden Spieler.

Offiziell: Ist nicht offensichtlich, in welche Tasche eine Kugel gespielt werden soll, muss der Stoß angekündigt werden. Wenn nicht die angekündigte Kugel in die angekündigte Tasche gespielt wird, kommt der Gegner zum Zug. Das ist auch dann der Fall, wenn man eine eigene Kugel versenkt hat. Dadurch wird das Spiel für gute Billardspieler fairer, da es keine Belohnung für Zufallstreffer gibt.

Kneipenregel 3: Die Kugel wo beim Anstoß versenkt wird, dient oft für die Zuordnung der Halben oder Vollen. So muss beispielsweise der eröffnende Billardspieler die Vollen spielen, wenn er eine Volle versenkt hat.

Offiziell: Genau nach dem Anfangsstoß steht nicht fest, welcher Spieler welche Farbklasse versenken muss. Werden beim Eröffnungsstoß eine oder sogar mehrere Kugeln versenkt, darf der eröffnende Spieler weiterspielen. Die erste korrekt versenkte Kugel nach dem Eröffnungsstoß bestimmt die Farbklasse des jeweiligen Spielers. Dadurch kann man sich nach einem guten Eröffnungsstoß noch für die besser liegende Farbklasse entscheiden.

Kneipenregel 4: Oft zählt es nicht als Foul, wenn die weiße Kugel eine farbige Kugel trifft, aber keine Kugel mehr an eine Bande läuft und auch keine Kugel versenkt wird.

Offiziell: Tritt dieser Fall ein, darf die weiße Kugel vom anderen Spieler wie eigentlich nach jedem Foul beim Billard an jede gewünschte Position des Spielfelds gelegt werden. Dadurch werden Stöße bestraft, durch die es kaum Veränderungen auf dem Spielfeld gibt.

Kneipenregel 5: Bei Fouls werden oft für das Verlegen der Weißen die gleichen Regeln verwendet, wie wenn die Weiße nach dem Eröffnungsstoß versenkt wird. Dabei darf der Gegner die weiße Kugel nur im Kopffeld verlegen und darf nur die Kugeln anspielen, welche sich jenseits des Kopffelds befinden

Offiziell: Nach jedem Foul darf die Weiße zur Strafe an eine beliebige Stelle des Billardtisches gelegt werden und von dort aus in jede gewünschte Richtung gestoßen werden. Dadurch wird ein Foul härter bestraft, was ein unfaires Spiel besser verhindert und zu einem schnelleren Sieg führen kann.

Kneipenregel 6: Meistens darf die weiße Kugel wenn sie genau an der Bande liegt, ein kleines Stück von dieser entfernt werden.

Offiziell: Wenn der Gegner kein Foul gemacht hat, muss die Weiße an ihrer exakten Position liegen bleiben und gespielt werden, auch wenn das manchmal technisch ziemlich schwierig sein kann.

Kneipenregel 7: Das „Sicherheitsspiel“ ist ziemlich unbekannt unter Kneipenspielern. Es gibt daher keine Möglichkeit den Gegner zum Zug zu kommen lassen ohne das dabei ein Fehler gemacht wird.

Offiziell: Vor dem eigenen Stoß darf man „Sicherheit“ sagen. Dadurch kommt der Gegner zwingend zum Zug und muss eine Stoß ausführen. Das kann in manchen Spielsituationen sinnvoll sein, falls man eine Kugel sicher in eine Tasche spielen kann, danach aber eine schlechte Position zum weiterspielen hat.